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Ciclovia Alpe Adria Radweg

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Im TV gesehen, alle Pläne über den Haufen geworfen und die Radtour Alpe Adria in Angriff genommen. Von Salzburg über Villach, Udine nach Grado an der Adria.

Über die 770 gefahrenen Kilometer hier einen kurzen Bericht und Fotos der Reise.

Die österreichischen Alpen

Es fängt uncharmant an, wenn man wie ich mit dem Auto nach Salzburg fährt und dieses für ein bis zwei Wochen parken möchte, irgendwo in oder um Salzburg. An einer Sport-Uni außerhalb der Stadt fand ich einen Platz, der auch nicht erlaubt war, aber wohl groß genug, dass es nicht auffiel.

Die Radelfahrt selbst fängt recht verhalten an, am Ufer der Salzach und später der Gasteiner Ache.
Biegt man in das Gasteiner Tal ein, gibt es ein Erlebnis der besonderen Art. Man durchfährt den ca. 2 km langen Klammtunnel, zwar abgetrennt von den Autospuren aber in gemeinsamer Röhre. Wer heil am Ende ankommt, schaut verwirrt, wegen der unglaublichen Lautstärke, die lediglich Reifenabrollgeräusche verursachen.

Den ersten wirklich knackigen Anstieg erlebt man zwischen Dorfgastein und Bad Gastein (zumindest, wenn man ihn um die Mittagszeit befährt).
Bis zur Autoschleuse Tauernbahn Böckstein – Mallnitz sind die Anstiege wieder moderat. Mit der Bahn geht es dann durch das Hohen-Tauern-Massiv, der höchste Punkt der Reise ist erreicht.

An Möll und Drau entlang gelangt man recht abwechslungsreich nach Villach. Auffallend sind die kleinen Dörfer auf der Strecke, die sich eine vergangene Epoche bewahrt haben.

Villach selbst ist eine eher bescheidene Stadt. Aber wenn schon in Ösiland, dann kann man sich mal ein Stück Sachertorte gönnen.

Bis nach Italien sind es dann nur wenige Kilometer … aber auf diesen liegt Pöckau! Das Hotel Linde hat schon bessere Tage gesehen, die Küche ist aber Weltspitze! Auf Hin- und Rückreise genoss ich in vollen Zügen (Fotos?).

Die italienischen Alpen

Und dann ist es erreicht, das Land mit dem besten Kaffee (Espresso) der Welt, den man an fast jeder Ecke für einen Euro bekommt.
Gleich nach der Grenze gibt es zwei Möglichkeiten und ich habe beide getestet und genossen.

In Italien nutzt der Radweg, besonders in den Alpen eine 1969 stillgelegte Bahntrasse. Die Bahnhöfe bestehen noch, sind teilweise bewirtschaftet oder haben den morbiden Charme des Verfalls. Ein Wechsel von Tunnel und Brücken in alpiner Landschaft berauschen die Sinne. Es geht beständig leicht abwärts.

Der Bahnhof in Chiusaforte wird mir besonders in Erinnerung bleiben. Feines Futter zu kleinem Preis (lasst euch nicht den regional speziellen Schinken entgehen!) und super nette Wirtsleute! Der Ort selbst zeigt sehr viel Leerstand, der als Ausstellungsraum genutzt wird, indem Fenster mit Fotos aus der Vergangenheit verstellt sind.

Venzone sollte man erwähnen, eine schöne kleine Stadt, die 1976 durch ein Erdbeben erheblich zerstört wurde, und nur durch die Initiative der Bewohner wieder originalgetreu aufgebaut wurde.

Alpenvorland und Adria

Wenn das Tal der Fiume Fella immer breiter wird, verlässt man die Alpen und fährt leicht wellig durch offene Landschaften, kleine Orte, nach Udine.
Direkt am Stadion vorbei (in dem am Abend Österreich gegen Dänemark spielte) führt ein Radweg mitten durch die Stadt.

Die Strecke nach Grado ist dann etwas zu gerade, mit etwas zu wenig Schatten, führt teilweise wieder auf der alten Bahntrasse entlang. Die letzten 2 km fährt man auf einem Damm zur ehemaligen Insel Grado.

Zwei bemerkenswerte Orte sind auf dem Weg nach Grado.
Zum einen Palmanova, eine sternförmig angelegte Festungsstadt mit gigantischem ‚Piazza Grande‘. Zur Sommersonnenwende, auf der Rückreise gab es auf mehreren Bühnen Livemusik.
Aquileia ist durch die erhaltenen historisch Bauten (z.B. Basilika von Aquileia) bedeutsam.

Grado selbst ist touristisch etwas übererschlossen. In der Altstadt finden sich aber wunderschöne kleine Plätze mit feinen, kleinen Restaurants und Kirchen (Sant’Eufemia) mit Säulen aus unterschiedlichen Materialien. Leider konnte ich den Hintergrund nicht in Erfahrung bringen.
Und dann ist da schließlich das Meer, die Adria, salzig aber bei Hitze alternativlos!

Auf der Rückreise gab es etwas Regen, den man gegen die sonst so brutale Hitze gern mal ertragen kann. Natürlich fährt man die Alpen dann eher aufwärts, aber auch das ist nach den gefahrenen Kilometern unproblematisch. Zwischen Villach und Salzburg musste es mal der Zug sein und abschließend durfte etwas Salzburg nicht fehlen.
Einen Dom wie den in Salzburg habe ich in diesem Leben noch nicht gesehen. Die Fotos können die Dimensionen nicht wiedergeben. Die Altstadt von Salzburg ist sehenswert, besonders wenn Kaufrausch und Völlerei zu den Hobbys zählen.

Ein Paar Tipps zur Reise:

Wer auf der Rückreise die ÖBB in Anspruch nehmen möchte, kauft die Karte besser rechtzeitig (z.B. auf der Hinreise), da für Räder zumindest zwischen Villach und Salzburg reserviert werden muss und dies von Italien aus nur über die App der ÖBB möglich ist!

Generell sollte man die Rückreise, so sie von Grado angetreten wird im Vorfeld buchen. Neben der Reise mit der Bahn können Busfahrten von Grado nach Salzburg (aber auch zu Zwischenzielen) gebucht werden.

Ich bin allein gereist. Der Vorteil, spontan selber entscheiden wohin und wie es weitergeht. Dafür immer allein?
Quatsch! Ich habe so viele Menschen kennengelernt. Und auf einer längeren Tour sieht man einige mehrfach, trifft sich in Hotels, bei einer der vielen Espresso-Pausen oder irgendwo beim radeln. Da waren die ‚Drei Omas‘ aus München, die beiden Raser aus der Kassler Umgebung, die auch alleinradelnde Chemnitzerin, Radler aus Graz und aus der Umgebung von Möllbrücke und so viele andere …
Ich habe selten allein gesessen, wenn ich es nicht wollte.

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Es war schön Dir zu begegnen und würde mich über erneute Begegnungen freuen. Vielen Dank für die traumhaft schön fotografierten Erinnerungen.
Liebe Grüße Friedhelm (einer der Raser)